„Different Culture, One Game“: Wie Volleyball in Sonneberg Herzen verzauberte und Grenzen auflöste
SONNEBERG – Manchmal braucht es keinen Dolmetscher, um einander zu verstehen. Wenn auf dem Spielfeld Schweiß fließt, Jubelschreie durch die Lohau-Halle hallen und sich Jugendliche zweier Nationen beim Matchball in den Armen liegen, dann sprechen alle dieselbe Sprache. Was im April unter der Sonne Griechenlands in Giannouli (Larisa) begann, fand in diesen Tagen in Sonneberg seinen Höhepunkt: Der internationale Jugendaustausch zwischen Foivos aus Larisa – Griechenland und dem SVC 04 Sonneberg verwandelte sportliche Begegnung in tiefe, grenzenlose Freundschaft.
Hinter den Kulissen dieses Mammutprojekts stand ein Dreiergespann, das monatelang mit Herzblut, Leidenschaft und unermüdlichem Ehrenamt an jedem Detail gefeilt hatte: Falko Seidler, Lisa Oberender und Greta Sieber. Das Führungsteam von der Hauptprojektverantwortung steckte unzählige Stunden in die Organisation, um den Jugendlichen aus beiden Ländern eine Zeit zu schenken, die sie ihr Leben lang begleiten wird.
Freudentränen auf dem Rathausplatz
Schon die Ankunft der griechischen Delegation nach dem Flug und einer abenteuerlichen Zugfahrt, durch die aktuellen vielen Baustellen auf der Strecke zwischen Nürnberg und Sonneberg, zeigte, wie stark das Band aus dem Frühjahr bereits war: Auf dem Sonneberger Rathausplatz wurde die Gruppe mit lautem Jubel, Freudenschreien und offenen Armen empfangen.
In den folgenden Tagen erlebten die Jugendlichen eine emotionale Achterbahnfahrt zwischen Geschichte, Demokratie und sportlicher Leidenschaft. Sie erkundeten die Spielzeugstadt, trafen Sonnebergs Bürgermeister Dr. Heiko Voigt und besuchten den Thüringer Landtag in Erfurt. Doch das Projekt sparte auch die leisen, nachdenklichen Töne nicht aus: Der Besuch der Gedenkstätte Buchenwald sowie die bewegenden Schilderungen von Zeitzeugen über die DDR-Vergangenheit und die Friedliche Revolution an der Gedenkstätte Heinersdorf – Weltisch hinterließen tiefgreifende Eindrücke.
Ein Pokal als Symbol der Verbundenheit
Das Herzstück des Austauschs schlug beim großen Volleyballturnier „Different Culture – One Game“. Auch Staatssekretär David Möller für Ehrenamt und Sport sowie Sonnebergs Bürgermeister Dr. Heiko Voigt ließen sich dieses besondere Event nicht entgehen und besuchten das Turnier persönlich. Als in der Halle die eigens im 3D-Druck gefertigte Trophäe der Staatlichen Gemeinschaftsschule Sibylle Abel enthüllt wurde – ein beeindruckendes Kunstwerk aus Parthenon, Brandenburger Tor und einem emporsteigenden Volleyball –, wurde für alle spürbar, wie viel Symbolkraft in diesem Treffen steckte. Unter dem Beifall der Ehrengäste und Zuschauer erkämpfte sich Foivos Giannouli (Larisa) einen starken 3. Platz und feierte diesen Erfolg ausgelassen.
Ein Baum für die Zukunft und Tränen zum Abschied
Als bleibendes Zeichen der Verbundenheit pflanzten die Jugendlichen gemeinsam mit Schulleiterin Uta Bätz an der Grundschule Grube einen Apfelbaum – dessen Wurzeln künftig ebenso tief in der Erde stecken wie die neu gewonnenen Freundschaften.
Der finale Abschlussabend wandelte sich schnell in ein Fest voller griechischer Tanzmusik, Lachen und ausgelassener Stimmung (inklusive einer Augenzwinkern-Entschuldigung an die Nachbarschaft für die Lautstärke). Umso schwerer fiel der Abschied: Bei der Verabschiedung flossen einige Tränen, es gab Umarmungen, die kein Ende nehmen wollten, und das feste Versprechen, sich wiederzusehen.
Dank der Förderung durch die Deutsche Sportjugend (DSJ) und das Deutsch-Griechische Jugendwerk (DGJW) sowie dem unermüdlichen Einsatz des Organisationsteams um Falko Seidler, Lisa Oberender und Greta Sieber bleibt in Sonneberg nicht nur die Stille nach einem großen Event. Es bleibt das stolze Wissen: Sport baut Brücken, wo Worte manchmal fehlen.
1.Sonneberger Volleyballclub 2004 – Ein starkes Team für eine starke Jugend








